Wie hat er das nur gemacht?

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Je größer unser Gestaltungsspielraum  ist, desto bessere Alternativen können wir entwickeln. Berater sprechen immer ganz natürlich von diesen Spielräumen, aber selten genug sehen wir jemanden “spielen”. :-)

Für die einen gut genug

Was hat es also damit auf sich? Ich kann hier nur für mich sprechen. Aus meiner Sicht ist der Gestaltungsspielraum der Bereich meiner Möglichkeiten, den ich nutzen kann.

Gestaltungsspielraum_eins

In der Grafik ist der graue Bereich unser Gestaltungsspielraum. Angenommen, wir suchen eine neue Wohnung. Die Alternativen, die in Frage kommen, die blauen Smilieys, begeistern uns nicht. Aber für unser Budget gibt es eben nichts besseres. Die Alternativen (gelben Smilies) im grünen Chancenraum sind außerhalb unserer Möglichkeiten.

Geht mehr?

Bei den gelben Smilies müssten wir nicht lange überlegen. Leider sind wir nicht gut genug dafür. Links von unseren blauen Alternativen befinden sich Möglichkeiten, wie unter der Brücke schlafen oder ein Abbruchhaus besetzen, usw. Eben alles, was andere vielleicht machen, aber ganz klar nicht gut genug für uns ist.

Allerdings wäre ein Teil der Alternativen im grünen Chancenraum durchaus für uns leistbar. Wir sehen diese Chancen nur nicht und machen unseren Gestaltungsspielraum daher kleiner als notwendig. So könnte bei der Wohnungssuche unser Nachbar oder Arbeitskollege die richtige Info haben, wenn er nur wüßte, was wir genau suchen. Oder während wir uns vergeblich abmühen in unserer Abteilung befördert zu werden, wird in der Nachbarabteilung der Nachfolger für den Abteilungsleiter gesucht.

Das kennen wir ja alle, wir strengen uns an, das Beste zu bekommen und ein anderer ist einfach zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort und ergreift die Chance. Nachher fragen wir uns nur: Wie hat er das nur gemacht?

Die Sünden der Vergangenheit…

Gestaltunsspielräume eröffnen sich über Reputation, Geld, Stellung und Einfluß im Sinne von Netzwerken. Damit ist auch klar, dass Entscheidungen die wir heute treffen, immer auch die Gestaltungsspielräume der Zukunft öffnen oder schließen. Wenn ich heute einen Kontakt schlecht behandle, wird der mir morgen nicht helfen, einen wichtigen Auftrag zu bekommen. Als ich 2006 die Wahl hatte, mein Buch relativ zeitnah im Eigenverlag herauszubringen oder mit einem von drei namenhaften Wirtschaftsverlagen zusammenzuarbeiten und dafür ein Jahr auf die Veröffentlichung zu warten, ging es um mehr als nur den Buchtermin. Mit meiner Entscheidung habe ich etwas für meine Reputation getan. Denn der Carl Hanser Verlag hat einen guten Ruf, der mir heute viele Türen öffnet.

Aber die Entscheidungen der Vergangenheit kann ich nicht mehr verändern. Mein Fokus für heute muss es sein, meinen Gestaltungsspielraum so zu erweitern, dass ich eine gute Lösung für meinen aktuellen Bedarf bekomme.

Ein größerer Spielplatz

Entscheidungen sind richtungsgetriebenes Handeln. Daher muss ich meine Richtung kennen, sonst macht alles Handeln keinen Sinn. Im konkreten Einzelfall lege ich daher so genau wie möglich fest, was ich genau möchte, bevor ich mir die Alternativen ansehe. Denn wenn ich genau weiß, was ich will, öffne ich meinen Blick für genau die richtigen Lösungen und nehme sie dann auch wahr.

Gestaltungsspielraum_zwei

Auf diese Weise gelingt es mir, meinen Gestaltungsspielraum um das entscheidende Stückchen zu erweitern und am Ende bin ich es, über den die anderen sagen: “Wie macht er das nur?”

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