Archive for the 'Stärken entwickeln' Category

Das große Glück

Friday, June 1st, 2007

© Jean-charles Caslot - FOTOLIA

Viele von uns leben in einem Zustand zwischen Glück und Unglück. Es gibt Höhe- und genauso auch Tiefpunkte, aber die meiste Zeit verbringen sie dazwischen.

So geht es auch Christian Roman (Name geändert). Für ihn stand es nie zur Diskussion, was er einmal werden will. Er ist Bäcker und hat das Geschäft von seinem Vater übernommen. Bis vor kurzem funktionierte er mehr als dass er lebte. Wenn etwas schief ging, wie ein Defekt an seinem Backofen, ärgerte er sich und wenn mal etwas Positives, wie eine Steuerrückzahlung kam, dann hat er sich bestimmt auch fünf Minuten gefreut. :-) Doch insgesamt lebte er wie betäubt vor sich hin.

Das änderte sich von einem Tag auf den anderen.

“Ich bin so froh, dass es Sie gibt”, meinte die runzelige alte Großmutter, die bestimmt schon bei seinem inzwischen verstorbenen Vater eingekauft hatte. “Für uns ältere Menschen ist es in die Stadt immer eine halbe Weltreise und Ihre Bäckerei ist das einzige Geschäft, das sich hier gehalten hat.”

“Na, Frau Schlegel, Sie leben doch nicht nur vom Brot, hoffe ich”, antwortete Roman.

“Nein, darum geht es auch gar nicht, die Bäckerei ist der Treffpunkt für die Älteren, um sich auszutauschen. Wir haben ja sonst nichts hier.”

Tatsächlich gab es eine bestimmte Zeit am Vormittag, wo besonders viele alte Menschen die Bäckerei besuchten. Oft standen sie nach dem Einkauf noch ewig vor dem Schaufenster und unterhielten sich. Bis zu diesem Zeitpunkt war sich Bäcker Roman nicht bewusst, warum er das alles machte. Ihm fehlte der Sinn im Leben.

Mit einem Mal wird ihm bewusst, was seine Aufgabe ist. Er bot zwar Brötchen usw. an, aber in Wirklichkeit gibt er den vielen alten Menschen in seinem Viertel einen Treffpunkt, ohne den sie vereinsamen würden.

Zum ersten Mal in seinem Leben wusste er, was seine Mission (sein Auftrag, der Sinn in seiner Arbeit) war.

Was würde er mit der neuen Erkenntnis tun?

Es kam nicht wirklich darauf an, wie toll die Qualität seiner Brötchen und Brote war. Denn seinen senioren Kundinnen und Kunden geht der Geschmackssinn dafür ab. Wer allerdings nicht mehr lange stehen kann, für den ist eine Bäckerei nicht der bequemste Treffpunkt.

Aus dieser Erkenntnis heraus entwickelt Bäcker R. ein ganz neues Geschäftskonzept.

Für die Bäcker gibt es heute die ultimative Gretchenfrage. Sollen Sie selbst den Teig anrühren und alles in der eigenen Backstube backen oder die Teigrohlinge einer Großbäckerei im Verkaufsraum aufbacken?

Normalerweise beginnt der Tag eines Bäckers mitten in der Nacht, weil die Kunden ihre Frühstücksbrötchen schon sehr früh haben wollen. Mit den Rohlingen kann der Bäcker mindestens bis fünf Uhr im Bett bleiben. Nur wodurch unterscheidet er sich dann vom Angebot im Supermarkt? Obwohl er die Annehmlichkeit gerne wahr genommen hätte, konnte Roman das lange Zeit nicht mit seiner Ehre als Bäcker vereinbaren. Doch Bäcker zu sein, war jetzt nicht mehr seine Hauptaufgabe.

Christian Roman hatte eine bessere Verwendung für seine Backstube gefunden. Er wandelte sie in ein Seniorencafé um, das äußerst gut besucht ist. Die Sache mit den Teigrohlingen stört niemanden. Viel wichtiger aber: Der Bäcker ist mit vollem Einsatz dabei. Er hat eine Richtung für sich gefunden und alle Entscheidungen gehen ihm leicht von der Hand. Denn er weiß jetzt, was er will.
Dabei verfolgt er längst eine größere Vision. Er ist fest davon überzeugt, dass es noch andere Standorte gibt, wo das Konzept aufgehen könnte. Er wird in naher Zukunft seinen Seniorentreff auch in anderen Städten anbieten.

Ein Mann, der seine persönliche Mission und seine Vision entdeckt hat, ist eben nicht aufzuhalten :-)

Lassen Sie Google für sich entscheiden…

Wednesday, May 23rd, 2007

© victorpr - FOTOLIAWas soll ich tun?

Die meisten Coaches kennen diese Frage. Denn viele Kunden kommen zum Coach, weil sie einfach nicht mehr weiter wissen. Meine übliche Antwort darauf lautet: “Wir müssen erst einmal heraus finden, was Sie wirklich wollen”. Die Eingangsfrage taucht dann nicht mehr auf. Denn wenn jemand exakt weiß, was er will, wird er sich von niemanden sagen lassen (auch nicht vom Coach 8-)), was er tun soll.

Wer weiß, was er will, braucht nur noch geeignete Alternativen. Nicht selten hat uns in der Vergangenheit die Internet-Suchmaschine-Google geholfen, das Passende in den Weiten des Datennetzes zu finden.

Jetzt allerdings bin ich ein wenig erstaunt, was der Suchmaschinenriese vorhat. Laut Aussage seines CEO Eric Schmidt will das Unternehmen so viele private Daten seiner Nutzer sammeln, dass es Ihnen irgendwann in ferner Zukunft sagen kann, welchen Job Sie nehmen sollen oder was Sie am nächsten Tag tun sollen. Da passt es natürlich ganz gut, dass Google gleichzeitig der größte Online-Vermarkter ist…

Ganz im Ernst, ich halte es für extrem bedenklich, wenn ein Unternehmen seinen Kunden sagen will, was sie in allen Lebenslagen tun sollen.

Vision in ferner Zukunft
Ich: Ich habe mich mit meiner Frau über den Urlaub gestritten. Soll ich ihr Blumen schicken, um sie wieder aufzumuntern?

Google: 83% der Männer in Deiner Lage waren damit erfolgreich. In 90% der Fälle waren rote Rosen von Fleurop (Werbung) erfolgreich. Willst Du Deiner Frau Blumen in Ihr Büro (Adresse bekannt) schicken? Dann klick auf den Bestellbutton.

Ich: OK. Klick!

Ich bin sicherlich kein Technikfeind. Allerdings bin ich der festen Überzeugung, dass wir als Menschen unsere Entscheidungen selbst treffen müssen. Dabei machen wir Fehler und daraus können wir lernen. Am Ende sind wir gewachsen. Wenn wir das Google oder jemand anderem überlassen würden, dann blieben wir unser Leben lang Kinder. :shock:

Was denken Sie darüber?

Via heise

Das Ziel fest im Blick

Friday, May 18th, 2007

© Pero-Design - FOTOLIAWer gute Entscheidungen treffen will, muss Ziele haben, die er umsetzen will. Erst in Beziehung zu den eigenen Zielen bekommen Entscheidungen einen Sinn. Ich habe daher in diesem Blog bereits häufiger darüber geschrieben, wie wichtig es ist, eine unternehmerische Vision zu haben.

Was passiert, wenn wir unsere Ziele aus den Augen verlieren? Das Gleiche, wie mit den guten Vorsätzen für das Neue Jahr, nichts!

Daher führen meine Kunden auch (zumindest während der Coaching-Zeit) ein Erfolgs-Journal. Denn wenn ich etwas Neues in meinem Leben einführe, muss ich es zumindest solange überwachen, bis es in Fleisch und Blut übergegangen ist. Die meisten führen das Buch nach dem Coaching weiter, weil sie den Nutzen praktisch erfahren. Denn jeder von uns trägt einen Coach in sich. In dem Moment, in dem wir uns von der Situation lösen und darüber schreiben, gelingt es uns, für uns selbst ein guter Coach zu sein. Probieren Sie es einfach einmal aus!
Wer es gerne etwas einfacher mag und durch eine elektronische Hilfe unterstützt werden will, dem empfehle ich, Joes goals für seine Zwecke umzufunktionieren. Bei diesem Webdienst geben Sie einfach Ihre Ziele ein und sie können jeden Tag bewerten, wie es für Sie gelaufen ist.

Joes Goals

Über eine Logbuchfunktion können Sie das Ganze kommentieren. Wer dann seine Erfolge in der Zusammenfassung sehen möchte, kann sich eine Fieberkurve über die Woche generieren und sehen, wie gut es gelaufen ist. :-) Mit gefällt diese Lösung sehr gut. Allerdings bin ich eben seit längerem wieder ein Fan von Papierlösungen. :-)
Wichtig: Vergeben Sie bitte nicht nur Smileys sondern nutzen Sie auch die Logbuchfunktion! :cool:

Die Vielzahl der Möglichkeiten

Tuesday, April 3rd, 2007

© boldman - FOTOLIA

Meine treuen Leser wissen, dass ich immer wieder darüber schreibe, wie wichtig es ist, dass wir als Entscheider eine unternehmerische Vision haben. Meiner Ansicht nach ist es heute der Regelfall, dass diese Vision noch entwickelt werden muss. Man fragt sich allerdings, woran mag es denn liegen, dass so wenige Menschen ein klares Zukunftsbild haben?

Die Süddeutsche Zeitung ist dieser Frage in Ihrer Online-Community “jetzt.de” nachgegangen und fördert Interessantes zutage. Danach ist es die große Anzahl der uns gebotenen Möglichkeiten, die uns den Blick für die Zukunft verstellt. In einer normalen Entscheidungssituation hätte ich dann von der Angebotsfalle gesprochen. Für das Fehlen eines langfristigen Zielbilds hätte ich diesen Aspekt bisher nicht verantwortlich gemacht. Allerdings bezieht sich diese Aussage auf Studenten, also eine Zielgruppe, die über weniger Lebenserfahrung verfügt als meine Coachees. Daher lassen sich dort die Effekte unverfälscht beobachten.

„Die Gespräche, die wir hier erleben sind schon fast skurril“, sagt Holger Habenicht. Er leitet in Hannover bei der Agentur für Arbeit das Team akademische Berufe und erlebt in den Beratungsgesprächen Menschen an der Schwelle. An der Schwelle von der Schule zum Studium und an der Schwelle von der Ausbildung zum Beruf.

Dabei fragt Habenicht seine Klienten: „Wohin soll ich Sie vermitteln?“ Und die Antwort lautet oft: „Weiß ich nicht.“ Viele verstehen ihre Ausbildung mehr als das Wahren denn als das Wahrnehmen von Möglichkeiten.

Demnach fehlt es den jungen Leuten an einem Selbstbild und in der Folge an der Sicherheit, zu erkennen, was das Richtige für sie ist.

Meine Erfahrung sieht ähnlich aus. Viele Menschen sind sich ihrer eigenen beruflichen Mission nicht bewusst, also was ihre Aufgabe im Markt ist. Selbst wenn sie das wissen, fehlt es ein Stück weit an der Vorstellungskraft, wie eine potentielle Zukunft aussieht.

Das ist eigentlich nicht weiter dramatisch. Denn keiner von uns kann wissen, wie genau seine Zukunft in zehn Jahren aussieht. Leider wollen die meisten dann aber ein so genaues Bild davon entwerfen, als wollten Sie es in Stein meißeln. Dafür gibt es einen einfacheren Weg, über den ich bereits mehrfach geschrieben habe.

Wie sieht Ihre eigene unternehmerische Vision aus?

Ohne Unsicherheit und Risiko

Saturday, February 10th, 2007

Copyright Istockphoto.com

“Was soll das heißen, meine Entscheidung fällt unter Unsicherheit? Ich bin mir ganz bestimmt sicher!”

So ein mittelständischer Unternehmer zu seinem Assistenten, der gerade frisch von der Uni kommt.

Der Unterschied zwischen der Praxis und dem universitären Elfenbeinturm könnte kaum krasser sein als beim Entscheiden.

Als Student vor 13 Jahren war ich in die Fächer Entscheidungstheorie und Spieltheorie geradezu vernarrt. Als junger Berater haben mir zwar die mittelständischen Kunden höflich zugeschaut, wenn ich mit Wahrscheinlichkeiten gerechnet habe, aber sie hätten in ihrem Leben nicht ihre Entscheidungen auf diese Weise getroffen.

Die Geister scheiden sich an dem Thema Eintrittswahrscheinlichkeit. Solange es sich um technische Vorgänge handelt, lassen sich Wahrscheinlichkeiten gut berechnen. Sobald es aber z.B. um ein neues Produkt auf einem noch nicht erschlossenen Markt geht, wird es haarig.

Große Unternehmen beauftragen dafür eine aufwändige Marktforschung, aber der Mittelständler muss hier weitestgehend auf sein Bauchgefühl vertrauen.

Dafür müssen die großen Unternehmen darüber entscheiden, ob sie überhaupt das Geld für die Marktforschung in die Hand nehmen. Wie häufig man sich in Deutschland dagegen entscheidet, können wir an den dt. Entwicklungen von Telefax, MP3-Player und Hybrid-Motor sehen. Den Erfolg haben heute Firmen in anderen Ländern. :-(

Aber zurück zu unserem Mittelständler. Der ist schnell ein Freund guter Entscheidungsmethoden, sobald die Wahrscheinlichkeitsrechnung außen vor gelassen wird.

Sind seine Entscheidungen deshalb schlechter? Ich behaupte “nein”, denn der Entscheider ist sich ja doch bewußt, dass es immer anders läuft, als geplant.

Und da hat gerade der Mittelstand eine mächtige Waffe: Die Flexibilität. Läuft es anders als geplant, dann wird schnell umgedacht. Ist die Maschine nicht schnell genug auf das neue Produkt umgerüstet, aber die Marketingkampagne läuft schon, dann wird binnen 24 Stunden ein Kooperationspartner einschaltet oder den Kunden vorwitzig mitgeteilt, dass der Bedarf die “derzeitige” Produktionskapazität übersteigt, oder die Mitarbeiter legen Sonderschichten ein, um das Unmögliche doch noch möglich zu machen, usw.

Diese Flexibilität macht die fehlende Wahrscheinlichkeitsrechung wieder wett bzw. ist dieser auch überlegen. :-)

Wichtig ist nur, dass ich bei meinen Entscheidungen die drei Kernfragen kläre:

  1. Wie erziele ich Entscheidungsklarheit? (Was will ich wirklich?)
  2. Wie schaffe ich attraktive Entscheidungsalternativen?
  3. Wie sichere ich mir die größtmögliche Unterstützung für die Umsetzung?

Gerade Punkt drei sorgt für die von mir angesprochene Flexibilität. :-)

Aus Entscheidungen lernen

Thursday, January 25th, 2007

© Florea Marius Catalin - FOTOLIA

Wir kennen das alle. Während eines Tages kommen tausend Dinge auf uns zu. Dabei treffen wir eine Entscheidung nach der anderen, ohne dass uns das richtig bewusst wird.

Danach müssten alle Unternehmer, Selbständige und Manager Entscheidungsprofis sein. Für den einen oder anderen trifft das durchaus zu.

Ich treffe allerdings auch viele Menschen, die sich eher als “Unerfahrene” bezeichnen würden.

Wie kommt das?

Wir tendieren dazu, das tägliche Einerlei als Grundrauschen abzutun und uns auf die besonderen Ereignisse zu konzentrieren. Ein Manager trifft vielleicht täglich Entscheidungen “blind”, die im Einzelfall nur wenige hundert Euro umfassen. Über den Tag summiert sich das auf vielleicht 3.000 Euro. Allerdings gibt es einmal im Jahr eine Einzelinvestition über bis zu 40.000 Euro, die er natürlich nicht allein trifft. Wegen der schieren Höhe des Betrags investieren wir uns bei dieser Entscheidung logischerweise viel mehr als bei unserem täglichen Kleinkram. Zudem müssen wir unsere Entscheidung gegenüber anderen vertreten können. So kommt es, dass wir alles sorgfältig dokumentieren. Wenn es später schief geht, dann können wir zurückverfolgen, wo wir in unserer Einschätzung falsch gelegen haben und daraus lernen :-)

Stellen wir uns einmal vor, unser Manager ist 10 Jahre im Beruf. In den ersten Jahren durfte er nur kleinere Entscheidungen treffen. Aber seit fünf Jahren traut man ihm mehr zu und so darf er eben aus über größere Dinge mitentscheiden. Mit anderen Worten, er hat vielleicht fünf Mal eine gut dokumentierte Entscheidung in seinem Leben getroffen und vermutlich um die 20.000 Entscheidungen “blind”, die er niemals dokumentiert hat und aus denen er daher auch nichts lernen konnte.

Ganz davon abgesehen, dass die vielen kleinen Entscheidungen Auswirkungen haben, die die wenigen großen Entscheidungen nicht einmal Ansatzweise erreichen dürften, geht für unseren Manager eine Riesenchance verloren.

Stellen Sie sich vor, was Sie aus 20.000 Einzelentscheidungen lernen könnten, wenn Sie diese so treffen würden, dass Sie später immer zurückverfolgen könnten, woran es gelegen hat!

Ich müsste mir ganz sicher ein neues Arbeitsfeld suchen :-P

Jetzt werden Sie vielleicht sagen, dass Ihr Alltag es nicht zulässt, jede Entscheidung zu dokumentieren. Erfahrungsgemäß sind es aber gerade die vielen kleinen Fehlentscheidungen, die uns am Ende viel Zeit kosten. Daher würde ich dieses Argument nicht akzeptieren. Zumal sie nicht wirklich viel notieren müssen, um eine Entscheidung zu dokumentieren.

Hier mein Dokutipp für kleine Entscheidungen:

  1. Ziel der Entscheidung
  2. Entscheidungsauslöser (Problem/Chance)
  3. Ihre Entscheidungskriterien (gewichtet)
  4. Alternativen
  5. Entscheidung und kurze Begründung

Das Ganze kostet mich gerade einmal 10 Minuten! Aber stellen Sie sich vor, was Sie gewinnen.

Also, lassen Sie uns unsere Entscheidungserfahrung vertausendfachen :-P

Nicht in Stein gemeisselt

Thursday, January 4th, 2007

© Axel Teichmann - FOTOLIA

Das neue Jahr beginnt und Sie haben sich vermutlich auch schon viel vorgenommen.

Tun Sie sich bitte einen Gefallen in diesem Jahr: Machen Sie es sich leicht! Wenn ich ein Fazit aus dem letzten Jahr ziehen kann, dann ist es die Tatsache, dass die wenigsten sich am Ergebnis orientieren, sondern immer die Durchführung im Mittelpunkt steht. Ein Unternehmer zum Beispiel wollte bei der Suche nach einem Lieferanten unbedingt alles richtig machen und entwickelte ein aufwändiges und leider nicht wiederverwendbares Bewertungsschema, führte zahlreiche Gespräche und konnte sich am Ende nicht entscheiden, weil das benötigte Teil absolute standardisiert ist. Leider hatte er sein Bewertungsschema nicht auf für ihn persönlich wichtige Faktoren. Schade!

Machen Sie es sich leicht. Was ist das Ergebnis, was Sie benötigen und wie können Sie es am einfachsten erzielen?

Das gilt auch für so persönliche Angelegenheiten, wie die Formulierung von Zielen. Ziele sind wichtig, das sollte man vielleicht nicht zwischen Tür und Angel erledigen. Aber deb ersten Schritt, eine grobe Richtung, kann ich ziemlich schnell entwickeln. Nur schade, dass wir häufig mit der “ganz oder gar nicht Mentalität” durchs Leben laufen. Ich halte es für fast unmöglich, ein Ziel gleich aus dem Stand perfekt zu formulieren. Unser Anspruch an Perfektion ist dabei häufig so hoch, dass wir es rechtzeitig formuliert haben könnten, um unseren Grabstein zu zieren. In dem Fall ist es dann ja auch richtig, so viel Zeit investiert zu haben, denn da wird es ja in Stein gehauen :-)

Machen Sie es sich einfach. Halten Sie sich nicht ständig damit auf, die Dinge perfekt machen zu wollen. Sie sind aus der Schule heraus, keiner vergibt nachher Noten, ob das was Sie getan haben genial war oder der eine oder andere Fehler dabei ist.
Ein absoluten Paradebeispiel für mich sind all die Menschen, die keinen akademischen Grad haben, sich nicht über alle Dinge 500.000 Gedanken machen, sondern sie einfach umsetzen. Auf der anderen Seite steht unsere akademische Elite hat tolle Ideen (fast perfekt), kommt aber nicht in die Puschen, um sie umzusetzen. Ein Klassiker ist dann der Ausspruch “ich verstehe nicht, wie der so erfolgreich sein kann, ich habe tausendmal mehr drauf…”.

Also, machen Sie es sich leicht und machen sie einfach… :-P

Das unternehmerische Beziehungskonto auffüllen

Friday, December 15th, 2006

© Cindy Hughes - FOTOLIA

Ich habe gerade einen Kommentar zu meinem Betrag der “gute” Rat beantwortet. Dabei ging es um das Beziehungskonto mit dem privaten Partner.

Wenn ich genügend auf mein Beziehungskonto in Form von Aufmerksamkeit, Zeit und Liebe “eingezahlt” habe, dann funktioniert die Beziehung und ich habe wesentlich mehr Gestaltungsfreiheit, als wenn das Konto “überzogen” ist und mein Partner mir ständig zu verstehen gibt, dass ich auf Kredit lebe.

Das unternehmerische Beziehungskonto

So ein Beziehungskonto gibt es natürlich auch für den Unternehmer und seine geschäftlichen Beziehungen. Diese fangen bei den eigenen Mitarbeitern an und reichen in jeden nur erdenklichen Bereich. Als Unternehmer kann ich es mir nicht leisten, auf gute Beziehungen zu wem auch immer zu verzichten. Denn genau dann, wenn ich es am wenigsten erwarte, werde ich möglicherweise auf diese Person angewiesen sein.

Wie schaffe ich es also, mein unternehmerisches Beziehungskonto immer gefüllt zu halten?

Ich habe dazu eine sehr schöne Liste von Aktivitäten in dem Buch “The 21 most powerful minutes in a leaders day” von John C. Maxwell gefunden.

Er fasst seine Vorstellungen unter dem Kürzel “RESPECT” zusammen:

  1. Respect yourself and those you work with - Respektieren Sie sich selbst und diejenigen, mit denen Sie arbeiten
  2. Exceed the expectations of others - Übertreffen Sie die Erwartungen Ihrer Umwelt.
  3. Stand firm on your convictions - Stehen Sie zu Ihren Überzeugungen und bleiben Sie verläßlich.
  4. Posess uncommon security and maturity - Sie sollten die Reife und Sicherheit haben, bei Erfolgen etwas zurück zustehen und das Licht des Erfolgs auf Ihre Partner scheinen zu lassen (etwas blumig ausgedrückt) :-)
  5. Experience Personal Success - Sie müssen selbst auch erfolgreich sein. Denn sonst bedeuten die Punkte zuvor nicht so viel.
  6. Contribute to the success of others - Unterstützen Sie andere dabei, erfolgreich zu werden.
  7. Think ahead of others - Denken Sie voraus. Denn was sich heute wie eine gute Idee anhört, kann morgen Ihren Partnern massiv schaden und Betroffenheit schaffen :-(.

Können diese Aktivitäten dazu beitragen, dass Ihr unternehmerisches Beziehungskonto ständig gefüllt ist? Tragen sie dazu bei, dass Sie in allen Belangen Gestaltungsfreiheit haben?

Was denken Sie?

Erfolgsfaktoren für Unternehmer

Saturday, November 11th, 2006

work.innovation blog berichtet über eine Veranstaltung am 6.11. in Ingolstadt. Mit von der Parte waren auch Bill Gates und der Präsident vom Fraunhofer Institut Prof. Bullinger

…wurde Bill Gates gefragt, was er rückblickend auf die Startphase von
Microsoft als die wesentlichen Erfolgsfaktoren betrachtet. Er hatte nur
zwei Punkte:

  1. Vision und ein klares Ziel
  2. Talentierte und hervorragende Mitarbeiter, vom Research bis hin zum Support

Prof. Bullinger schlug in die gleiche Kerbe und identifiziert aus seiner Erfahrung vier Erfolgsfaktoren für Entrepreneure:

  1. Eine Vision deren Zeit reif ist
  2. Das richtige Team
  3. Gute Produkte mit hervorragender Qualität
  4. Den unbedingten Willen zu gewinnen

Gefunden im work.innovation-blog.

Sie sehen, ich stehe mit meiner Ansicht, wie wichtig eine unternehmerische Vision ist nicht allein :-)

Klare Vision oder vage Zukunftsvorstellung?

Thursday, November 2nd, 2006

Sandburg.jpg

“Ich brauche eine richtig gute Entscheidung!”

Mit dieser Aussage werde ich in der einen oder anderen Form täglich konfrontiert. Daher stelle ich die sinnvollste aller Fragen:

“Was ist Ihre unternehmerische Vision, wo wollen Sie denn hin?”

Es gibt auf diese Frage nur zwei Reaktionen:

  1. Der Eine breitet seinen unternehmerischen Traum aus, den er derzeit realisiert und freut sich, mit mir darüber zu sprechen.
  2. Der Andere fühlt sich unvermittelt in der Prüfungssituation und druckst unvorbereitet herum, erzählt etwas von Umsatzzahlen und anderen betriebswirtschaftlichen Größen, die er gerne erreichen würde.

Im ersten Fall ist es ganz einfach, denn der Mann (oder die Frau) weiß ja, was Sie will. Im zweiten Fall beginnt auch für mich keine einfache Zeit. Denn der Entscheider sieht sich nicht in der Lage, eine tragende Vision aufzubauen. Er möchte in seinen Entscheidungen nur nichts verbocken. Das Thema unternehmerische Vision steht bei ihm gar nicht auf der Tagesordnung.

Viele tun sich damit sehr schwer. Denn wir leben ja in einer Zeit, in der sich so viel ändert. :shock:

Nur weil sich ständig etwas ändert, heißt das lange noch nicht, dass wir keine klare Zielvorstellung haben sollen.

“Change is automatic, progress is not!” Tony Robbins

Unternehmer sind Gestalter, wie wollen wir gestalten, wenn wir nicht wissen, was dabei herauskommen soll? Meine Leser wissen bereits, dass ich in diesem Zusammenhang gerne empfehle, eine (innere) Sandburg zu bauen.

Bereits als Dreijähriger waren wir in der Lage, im Sandkasten unsere persönliche Burg zu bauen. Was am Anfang als bloßer Hügel begann, hat sich dann im Laufe des Spiels immer mehr unseren immer klareren Vorstellungen und Anforderungen angepasst. Genau so eine Sandburg brauchen wir heute in Form unserer unternehmerischen Vision. Wir bauen Sie nicht in Stein und nichts ist für die Ewigkeit.

Im Gegenteil, im Laufe unserer Fortschritte auf unser Ziel wird uns Vieles klarer und wir verändern es, weil wir uns verändern. Das ist normal. Für den einen oder anderen kommt es zu einem Bruch und er stellt fest, dass er seine Sandburg an der falschen Stelle gebaut hat. Dann nimmt er seinen Sand und baut sie an der richtigen Stelle wieder auf. Das ist ganz einfach.

Brutal dagegen die Auswirkungen, wenn ich mich nicht traue, eine klare Zukunftsvision zu bilden, weil sich ja alles ändert. Wie viele Fehlentscheidungen kann ein Mensch ertragen? Wie viel Unsicherheit in sich einschließen?

Wir haben die Wahl! Treffen wir die richtige Entscheidung!

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