Archive for the 'Entscheidungsdilemma' Category

Ein Rätsel für ausgefuchste Entscheider

Wednesday, May 14th, 2008

© Scott Rothstein - Fotolia.com

Ich werde manchmal den Eindruck nicht los, dass manche Entscheider gerne Rätsel lösen. “Ich stehe vor folgender Entscheidungssituation:

A) Ich verkaufe meine Firma an einen Wettbewerber,
B) Ich übergebe meine Firma in einigen Jahren an meine Tochter,
C) Ich baue einen Geschäftsführer auf, der meine Firma zu gegebener Zeit übernimmt.”

So schildert mir Unternehmer Frank Bernhard* (Name geändert) sein Dilemma.

Die Tochter hat sich beim Unternehmer seit ca. drei Jahren nicht blicken lassen und läßt es auch sonst an Dankbarkeit für die teure Ausbildung an einer amerikanischen Privatuni fehlen. :-o Der Wettbewerber ist - sagen wir mal - nur milde interessiert und den Geschäftsführer gibt es bisher nur in den Albträumen des Entscheiders. :-)

Heute sind Sie der Entscheidercoach

Denken Sie einmal einen kurzen Moment über das Entscheidungsproblem nach. Wofür könnte sich Unternehmer Bernhard entscheiden? Gibt es Fragen, die Sie ihm stellen würden?

In den kommenden Tagen werde ich in kleinen Updates weitere Informationen offen legen. Das ist Ihre Chance, auch einmal in der Haut des Entscheidercoachs zu stecken. :-)

Update 15. Mai

Bernhards Antworten auf die Fragen  von Réka: (more…)

Die Finanzkrise: Ein Bananenproblem

Friday, March 28th, 2008

Copyright IstockphotoIn den Tagen der weltweiten Finanzkrise sind alle ein wenig vorsichtig mit ihrem Geld geworden. Wenn wir uns heute die Ursache für all das ansehen, dann schütteln alle nur den Kopf. Wie konnte es nur so weit kommen? Interessanterweise habe ich schon seit Jahren in diversen Börsenbriefen darüber gelesen, dass sich nach der Internetblase in den USA eine Immobilienblase bilden würde, denn die amerikanische Notenbank verfolge eine ungesunde Politik des billigen Geldes.

Trotzdem haben die Entscheider in den Banken rund um den Globus - man denke nur an die IKB Bank - nicht wiederstehen können und sich an dem großen Spiel beteiligt. Warum? Weil die individuellen Bonusregeln genau dieser Entscheider das Risiko belohnen und Sicherheitsbedenken bestrafen. (more…)

Riskante Entscheidung

Thursday, March 13th, 2008

(c) IstockphotoVor ein paar Tagen habe ich bei ntv einen Kommentar gelesen, der mich mal wieder auf Clausewitz gebracht hat.

…Strategie ist nach Clausewitz die Lehre vom Einsatz der Kräfte zur Erreichung des Ziels. Sie muss mit Gewissheiten und Wahrscheinlichkeiten, aber auch mit Möglichkeiten kalkulieren…

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sein individuelles Risiko abzuschätzen. Die Clausewitz-Methode ist schön einfach. Aber hilft Sie wirklich, das eigene Risiko besser einschätzen zu können? (more…)

Agenda 2009

Thursday, March 6th, 2008

© Jarvis Gray - FOTOLIA

Der Sturm im Wasserglas tobt und viele Wähler fühlen sich getäuscht. Die Spitzenkandidatin der SPD in Hessen, Andrea Ypsilanti will jetzt doch mit Hilfe der Linkspartei in die Regierungsverantwortung kommen.

Was zusammen gehört… 

In wenigen Jahren wird sich vermutlich niemand mehr darüber aufregen. (more…)

Entscheidungsdilemma 1.0

Tuesday, March 4th, 2008

Copyright IstockphotoManchmal stehen wir vor einer Entscheidung und es ist klar, was wir tun müssen. Aber uns fehlt der Mut, das Alte aufzugeben, um das Neue anzugehen.

 Ein Traum 

Franz Maler* (Name geändert) ist mit seiner Arbeit als Marketingleiter in einem mittelständischen Unternehmen nicht zufrieden. Er ist Mitte vierzig und kann seine kreativen Ideen nicht so umsetzen, wie er das möchte.

Sein Traum war es schon immer, eine eigene Agentur aufzubauen. Den “Entschluss” dazu hat er bereits vor fünf Jahren gefasst. Aber nach wie vor geht er jeden Morgen um 9:00 Uhr zur Arbeit und geht um 17:00 Uhr (!) wieder nach Hause. Dabei fühlt er sich unbeschreiblich leer.

Was hält ihn ab?

(more…)

Ein Entscheidungsdilemma

Thursday, December 7th, 2006

© Suprijono Suharjoto - FOTOLIA

“Ich weiß, was das Richtige ist, aber ich kann es nicht tun!”

Ein Unternehmer (nennen wir ihn Hans Bremer*) ist in einer schwierigen Entscheidungssituation. Er hat die operative Führung seines Unternehmens vor einigen Jahren in die Hände eines externen Geschäftsführers (Frank Hauf*)gelegt. Nicht ganz zufällig ist Hauf auch Bremers bester Freund und hat diesem in der Jugendzeit häufig aus der Klemme geholfen.

Leider ist Geschäftsführer Hauf nicht das Idealbild des guten Freundes. So weiß unser Unternehmer seit Jahren, dass sein “guter Freund” sich immer wieder Geld abgezweigt hat und alkoholabhängig ist.

Seit vier Jahren wiederholt sich jedes Quartal das gleiche Spiel: es kommt zum kleinen Showdown und Bremer konfrontiert Hauf mit dessen Fehlern. Hauf ist dann sehr zerknirscht und gelobt ewige Besserung. Nur es passiert leider nichts. Therapien und Entziehungskuren bricht der Geschäftsführer immer wieder schnell ab, weil er sich angeblich Sorgen um das Unternehmen macht.

Dem Unternehmen geht es derweil immer schlechter. Einst eine wahre Perle, habe viele gute Führungskräfte der mittleren Ebene das Weite gesucht, nicht ohne Unternehmer Bremer klar zu sagen, dass Hauf einfach nur unfähig sei. Die Kunden des Unternehmens sind natürlich auch nicht blind und merken, dass Bremers Unternehmen nicht mehr seinem einstigen Ruf gerecht werden kann und nutzen das in Preisverhandlungen oder suchen sich einen anderen Anbieter.
Bremer ist in dieser Situation wie gelähmt. Auf der einen Seite weiß er seit Jahren, dass er Hauf auf die Strasse setzen müsste, auf der anderen Seite bringt er es nicht fertig, genau das zu tun.

Der Unternehmer steckt hier wieder in der Wahllosfalle. Er stellt sich vor die Wahl, ob er sich von Hauf trennt oder nicht. Tatsächlich versucht er zwei Entscheidungen in einer zu verpacken. Wenn er beide trennt, sind seine Alternativen wesentlich besser zu beherrschen.

Entscheidung 1: Das Führungsproblem

Die Zielsetzung: Das Unternehmen soll wieder erfolgreich geführt werden.

Entscheidungsauslöser: Der Geschäftsführer veruntreut Firmengelder und vertreibt die fähigsten Mitarbeiter-> Wie schaffe ich es, dass mein Unternehmen wieder auf Wachstumskurs kommt?

Die Entscheidung für dieses Problem ist einfach. Es gibt zwar mehrere Alternativen, aber Bremer entscheidet sich, dass sowohl Mitarbeiter als auch Kunden wieder den Unternehmer am Ruder sehen wollen. Daher wird er für die kommenden fünf Jahre wieder selbst die Geschäftsführung übernehmen.

Entscheidung 2: Das Problem mit dem Freund

Die Zielsetzung:

  1. Ein guter Freund soll mir erhalten bleiben.
  2. Ich möchte ein gutes Gefühl haben, wenn ich meine Entscheidung getroffen habe

Entscheidungsauslöser: Mein Freund Hauf ist alkoholabhängig. Er hat mich betrogen und hintergangen. Seit Jahren habe ich alles nur Erdenkliche getan, um ihm zu helfen. Leider hat es ihm am Willen gefehlt, sich zu ändern. Wie löse ich meinen inneren Konflikt, damit ich mich dauerhaft besser fühle?
Nachdem Bremer den Entscheidungsauslöser für sich aufgeschrieben hatte, wurde ihm klar, dass seine Zielsetzung (1.) unmöglich zu erfüllen ist. Denn Hauf ist kein guter Freund. Denn dann würde er sich anders verhalten und diese Entscheidung müsste nicht getroffen werden.

Seine Alternativen, die sich ihm dann boten:

  1. Ich zeige Hauf an und fordere zivilrechtlich die unterschlagenen Gelder zurück.
  2. Ich zeige Hauf an und belasse es dabei.
  3. Hauf muss gehen und er zahlt die unterschlagenen Gelder zurück. Dafür zeige ich ihn nicht an.
  4. Ich setze Hauf lediglich vor die Tür und das war’s
  5. Im Geiste der vergangenen Freundschaft soll Hauf als Berater für das Unternehmen weiter arbeiten.

Bremer hat sich am Ende für Alternative (1.) entschieden. Denn ihm war klar geworden, dass er sich jahrelang selbst getäuscht hatte.

Was ihn am Ende von dieser Täuschung befreite war die Frage: Wie denke ich darüber in zehn Jahren, wenn ich alles so weiter laufen lasse und wie denke ich über die Entscheidung in zehn Jahren, wenn ich heute einen harten Schnitt mache?

* Die hier geschilderten Fälle sind verfremdet sowohl in den Namen der beteiligten Personen als auch Branchen. Ich danke meinem Kunden für die Erlaubnis, diesen Fall veröffentlichen zu dürfen :-)


 
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